Educare – Menschliche Werte im Einzelnen und in der Gesellschaft fördern

 

Die wachsende Bedeutung einer harmonischen Form der menschlichen Entwicklung, wie sie zur Zeit in allen gesellschaftlichen Bereichen gefordert wird, rückt die Notwendigkeit ins Blickfeld, Wissenschaft und Humanismus, Ethik und Ästhetik, materielles und spirituelles Wohlergehen miteinander zu verbinden, damit unsere wie auch die nachwachsende Generation angemessen auf die Herausforderungen des Lebens vorbereitet werden können.

„Educare“ als reformerischer Ansatz aus dem Erziehungsbereich umfasst dieses Verständnis, das einmal von einer internationalen Kommission der UNESCO so formuliert worden ist:

„Der ursprüngliche Sinn des menschlichen Lernens ist die Kompetenzentwicklung für das Weltverstehen und die Bewältigung der Lebensaufgaben. Dazu ist die Auseinandersetzung mit den aktuellen Situationen und Problemen des menschlichen Lebens, Arbeitens und Zusammenlebens wichtig.“

Educare zielt also nicht bloß auf eine rein theoretische Auseinandersetzung mit der Aufgabe, sondern betont, wie wichtig es für die Entwicklung einer stabilen Identität des Einzelnen und das Wohlergehen der Gesellschaft ist, das Verstandene im eigenen Leben auch zu praktizieren.

Im Sinne des Educare-Ansatzes ist werteorientiertes Lernen zugleich lebenslanges Lernen, das weit über das herkömmliche Umfeld von Erziehung hinausreicht und in allen Lebensbereichen praktiziert werden kann. Es wird besonders gefördert, wenn Menschen die Erfahrung gemeinsamer Lebensziele machen, wenn sie dabei die soziale und kulturelle Vielfalt der menschlichen Gemeinschaft selbst erleben und dadurch das Bewusstsein für die Ähnlichkeiten und „das große Ganze“ entwickeln. Diese Sichtweise geht über die Unterschiede der Kulturen, der Volkszugehörigkeit und der Glaubenssysteme hinaus und schließt die Fähigkeit und die Bereitschaft ein, sich ungeachtet der Verschiedenheiten und Gegensätze gleichermaßen aktiv für das eigene und das Wohlergehen anderer einzusetzen.